Von Februar bis Juli 2011 führte ich mit der P-Seminar-Gruppe “Denk mal Denkmal” am Luitpold-Gymnasium München eine komprimierte Kompetenzwerkstatt durch. Die Schwerpunkte waren: Schließen von Interessen auf Stärken, Stärkeninterview, Stärken in der Projektarbeit einsetzen, Wertereflexion, Visionsentwicklung und Selbsteinschätzung auf dem Weg zum Beruf. Die Rückmeldungen der SchülerInnen waren positiv mit Hinweisen auf weitere Inhalte und Schwerpunkte, die bei einer intensiveren Begleitung gewünscht wären. Als wertvoll wurde erachtet: Selbsteinschätzung, Analyse und Hintergrundwissen zu persönlichen Stärken, Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und die Eingrenzung der Ziele im Hinblick auf mögliche Berufe.
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Kompetenzen entwickeln passend zu beruflichen Anforderungen.


Die Projektseminare sind wesentlicher Bestandteil der neuen G8-Oberstufe in Bayern. Sie sollen primär der Berufsorientierung der angehenden Abiturienten dienen und sie bereits an die Berufswelt koppeln. Die die P-Seminare betreuenden Lehrkräfte bieten dabei leider Leerstellen: Einerseits haben sie meist innerhalb ihrer beruflichen Vita nicht über den Tellerrand der Schule hinausgeblickt, andererseits werden sie von den Schülern immer im restriktiven Zusammenhang Noten/Abi wahrgenommen.
Diese Leere füllte Herr Thelen mit seiner Kompetenzwerkstatt!
Er schuf eine Reflexionsebene für die Teilnehmer, die sie so nicht kannten und die sie auch durchaus irritierte. Die Irritationen konnten dank recht langer Abstände zwischen den insgesamt fünf Sitzungen (ca. 2-4 Wochen) wirken. Latent dachten die Schüler in dieser Zeit über ihre Interessen, Stärken und Werte nach und konnten so ein Selbstkonzept entwickeln. Und eine Vergewisserung ihres Selbst erfahren. Dieses Selbstvertrauen bestärkte bereits avisierte berufliche Ziele. Und: Es nahm Angst vor dem Verlust der behüteten Welt Schule und stärkte die Bereitschaft für den nächsten Schritt in Richtung Beruf und Selbstständigkeit!
Auf der anderen Seite zeigte Herr Thelen als “Schulexterner” (eben kein Lehrer!) auf, wie ein Berufsleben verlaufen kann, dass es darin durchaus Brüche (ungleich Katastrophen!) gibt und dass berufliche Entscheidungen nicht nur unmittelbar nach dem Schulabschluss, sondern durchaus durchweg gefällt werden. Eine Erfahrung, die Lehrer kaum kennen und die sie deshalb kaum glaubwürdig vermitteln können.
Für sein Engagement danke ich Herrn Thelen sehr. Gerade im Namen meiner Kursteilnehmer! Ich hoffe, ihn wieder gewinnen zu können…
A.E.