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Hier stelle ich Ihnen meinen Artikel zur Kompetenzwerkstatt als Methode und Rahmenkonzept für die schulische Berufsorientierung als Download zur Verfügung.

Fazit der Argumentation ist:

Kompetenzwerkstatt bedeutet wirksame Persönlichkeitsentwicklung für Jugendliche im Hinblick auf die Berufswahl. Die Methode ist anschlussfähig an die Projektprüfung, die Profil- und Leitbildentwicklung einer Schule und an die Konzepte Ressourcenförderung und selbstgesteuertes Lernen. Sie erfüllt die Qualitätskriterien für schulische Berufsorientierung und liefert dazu ein schlüssiges Rahmenkonzept.

KW als Rahmenkonzept für BO

hier die Links zur Literatur:

Checkliste „Gelungene Berufsorientierung …“

BIBB: Basisartikel Berufsorientierung

Stärkenheft der Jugendstiftung Baden-Württemberg

Antonovsky: Salutogenese

Aktuelles Zitat eines Seminarteilnehmers: „Neben der Coachrolle für die Begleitung der Schüler bei der Stärkenreflexion fühle ich mich auch wie ein Orientierungs-Manager, weil ich die Notwendigkeit sehe, die vorhandenen Bausteine für die Berufsorientierung zu beurteilen und auszuwählen. Das Seminar zur Kompetenzwerkstatt hat mir dabei weiter geholfen. Stärkenarbeit und die Vor- und Nachbereitung der Praktika sehe ich als wichtige Faktoren, damit bei den Schülern von den ganzen Aktivitäten etwas hängen bleibt.“

 

Drei Bereiche sind für die umfassende und psychologisch fundierte Beschreibung einer Person relevant: Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale und Denkstile. Da alle drei Bereiche sowohl relativ konstante (geerbte und in früher Sozialisation erworbene) als auch bewusst formbare Anteile haben, sind sie als Basis einer Kompetenzrekonstruktion nutzbar. Im Coachingprozess werden die drei Bereiche verknüpft, um die individuelle Palette an Kompetenzen breit zu fundieren und in den Umsetzungsmöglichkeiten zu konkretisieren.

Fähigkeiten liefern die inhaltliche Komponente von Kompetenzen. Persönlichkeitsfaktoren geben Hinweise auf präferierte Umsetzungssituationen, vor allem im Zusammenspiel mit der sozialen Umwelt, und Denkstile beschreiben die individuelle Methodik beim Einsatz von Kompetenzen.

Im Diskurs zu kompetenzorientierten Verfahren hat sich zuletzt der Begriff „Feststellung“ etabliert. Meiner Einschätzung nach ist dies der Versuch, dem Spannungsfeld der Anforderungen des Marktes zwischen reflexiv-fördernden und objektiv-diagnostischen Methoden mit einem neutralen Wording zu begegnen. Nimmt man das Konzept der biographisch gewachsenen Kompetenz ernst, so folgt daraus, dass eine Messung höher als ordinal skaliert nicht möglich ist. Von Seiten (u.a.) der Personalentwicklung in Unternehmen besteht jedoch meist der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit und Objektivität der Verfahren, auch im Sinn von Vergleichbarkeit und Fairness. Wie lässt sich dies nun vereinen? Möglicherweise durch eine Kombination von biographischer Kompetenzrekonstruktion und Teilen der klassischen Potenzialanalyse.

Im Konzept der kompetenzfokussierten Beratung ergibt sich die Vereinbarkeit einerseits aus der Anerkennung der lebensgeschichtlich entwickelten individuellen Kompetenzen und andererseits aus der Verortung dieser Kompetenzen in verschiedenen Rahmen, die aus der psychologischen Forschung fundiert sind. Dies kann entweder durch Testung erfolgen oder durch die intersubjektive Validierung von Einschätzungen der Person. So dienen die „Frames“ der kompetenzfokussierten Beratung dazu, den Begriff der „Feststellung“ tatsächlich methodisch umzusetzen. Neben dem deutlich erhöhten Verständnis der Hintergründe der eigenen Kompetenzen (Metakognition) hat dieses Vorgehen für Coaching-Teilnehmer auch den Effekt der Verankerung durch intensivere Reflexion. Dadurch werden die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten der Kompetenzen klarer und persönliche Zielformulierungen konkreter.

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Nutzen Sie Methoden des selbstgesteuerten Lernens zur Kompetenzentwicklung.

In diesem Thema steckt viel Potenzial, dass Sie für den Fachunterricht und besonders für Projektarbeiten erschließen können. Durch Projektarbeit (und -prüfung) halten Arbeitsweisen der Berufswelt Einzug in Schule und Ausbildung. Für ein gutes Ergebnis sind neben persönlichen Kompetenzen wie Zielorientierung, Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz auch methodische Kompetenzen erforderlich. Diese entwickeln sich aus der Auseinandersetzung mit praxisnahen Arbeitsaufträgen: Was ist genau der Auftrag? Was sind die Vorgaben bzgl. Zeit und Rahmenbedingungen? Welche Vorbereitungen, Absprachen und Arbeitsschritte sind nötig? Wie sieht der konkrete Projektplan aus? Wie kontrolliere ich/wir die Qualität unserer Arbeit? Wie wird das Ergebnis präsentiert?

Auf Persönlichkeitsentwicklung ausgerichtete Methoden zur Berufsorientierung, wie die Kompetenzwerkstatt, nutzen die eigenverantwortliche Gestaltung von Arbeitsweisen und Lösungswegen erfolgreich, um Schüler zu motivieren und berufsbezogene Kompetenzen zu fördern. Für die Kompetenzwerkstatt steht ein Set von Methoden zur Verfügung, dass weitgehend frei auf die inhaltlichen Module angewendet werden kann. Die Methoden selbst haben teils schon Tradition. Neu ist in diesem Zusammenhang, dass Schüler ein Verständnis entwickeln, welche Methode sie zum aktuellen Lernziel führen kann, und dass sie diese selbst wählen dürfen. Vor der inhaltlichen Arbeit steht also das Einüben eines Methodenrepertoires mit den möglichen Zielsetzungen: Inhalte zu exzerpieren, Informationen zu ordnen, komplexe Aufgaben zu planen und Prozesse zu reflektieren. Mit dem Verständnis der (Kommunikations-) Regeln einzelner Methoden entwickeln Jugendliche auch ihre soziale Kompetenz weiter. Für den Einstieg zur Förderung von Projektkompetenzen sind gut verständliche Methoden z.B.: Brainstorming, Mindmap, (Koch-) Rezept, Zeitungsartikel, Skalierungen…

Die nächste Möglichkeit, mehr über das Thema Lern- und Projektkompetenz zu erfahren, haben Sie beim Workshop zum Wettbewerb Technik-Scouts:

http://www.technik-scouts.de/

Hier eine kurze Beschreibung einiger Methoden:

Handout sgL web

Supervision ist Einladung und Anleitung zur Metaperspektive, um im Team ein gemeinsames Sensorium für Beziehungen, Hindernisse, Zusammenhänge und Perspektiven zu entwickeln.

Supervision als Setting für Lösungsprozesse erzeugt Motivation durch Beteiligung, Einverständnis und Commitment zur Umsetzung von Veränderungen.

Supervisorische Einzelberatung ist Rollenklärung, Reflexion von Entscheidungsmustern und Überprüfung der eigenen Handlungskompetenz.

Im Kontrast zu Fachberatung und Consulting fokussiert Supervision auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte in Teams und Organisationen.

Supervision hilft, das Mehr des Ganzen sichtbar zu machen.

So könnte das Motto eines Programms zur Förderung von Resilienz und Kompetenz bei Jugendlichen lauten. Ziel solcher Maßnahmen ist es, Jugendliche über die letzten Schuljahre bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Berufsorientierung zu begleiten und ihnen den Berufseinstieg mit einer reflektierten und fundierten Berufsentscheidung zu ermöglichen.

Die Kompetenzwerkstatt bietet dafür neben der strukturierten Reflexion von persönlichen Stärken, Werten und Zielen ein übergreifendes Rahmenkonzept. Diese Kombination macht es möglich, Resilienz und Kompetenz bei Jugendlichen in einem schrittweisen Prozess gezielt zu fördern. Mit der Kompetenzwerkstatt sind Schulen und Sozialarbeit zudem in der Lage, Angebote der vertieften Berufsorientierung und Schülerpraktika sinnvoll zu integrieren.

Ein aktuelles Beispiel für den Aufbau von Kompetenzen durch strukturierte Stärkenarbeit ist das „Stärkenheft“ der Jugendstiftung Baden-Württemberg. Die AutorInnen beschreiben anschauliche und vielfältige Übungen für Stärkenreflexion und Kompetenzentwicklung. Diese sind fundiert durch die Grundlagen der lösungsorientierten Beratung und jahrelange Praxiserfahrung mit Kompetenzwerkstatt und Qualipass. Die teils spielerischen Methoden sind auch in der Schule gut umzusetzen.

http://jobfit-bw.de/index.php?id=111

Eine Einführung zum Thema Resilienz bei Kindern gibt dieser Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Die Autorin beschreibt, wie sich emotionale Stabilität und Offenheit für Erfahrungen positiv auf die Lernfähigkeit auswirken:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-das-geheimnis-einer-robusten-seele-1.1017907

Für aktivierende Energien in der Beratung hat die Alltagssprache treffende Begriffe und Bilder. Ebenso für die Phase der Besinnung vor einer beabsichtigten Veränderung: Kraft schöpfen, Luft holen, sich vergewissern, Mut fassen, Rückhalt spüren.

Nach der Formulierung des Auftrags und der ersten Zielsetzung  folgt in einem psychologisch fundierten Beratungsprozess die Klärung von Ressourcen. Konkret bedeutet dies, eigene Leistungen und Erfolge sowie mögliche Unterstützung im persönlichen Umfeld ins Bewusstsein zu holen. Durch die biographische Reflexion persönlicher Erfahrungen und Fähigkeiten können diese als Lösungswerkzeuge (Kompetenzen) in weiteren Lebensbereichen eingesetzt werden.

Dies ist auch ein wesentlicher Schritt, um Überlastung und Erschöpfung vorzubeugen und die persönliche Arbeits- und Lebensbalance zu verwirklichen. Strategien für den konstruktiven Umgang mit Stress lassen sich in kognitiver wie emotionaler Hinsicht über die Wahrnehmung eigener Ressourcen erarbeiten. Ein klares Ziel und strukturierte Umsetzung führen zu stetigen Erfolgen und zur Steigerung des Selbstwertgefühls.

Ressourcenorientierung als Paradigma der systemischen Beratung legt den Fokus auf die Entdeckung, Formulierung und Aktivierung von Kraftquellen. Dies dient dem übergeordneten Ziel, Ideen zu entwickeln, Möglichkeiten zu eröffnen und die eigene Handlungsfähigkeit zu steigern.

Kompetenz ist das, was man braucht, um sich selbst gut einzuschätzen, stimmige Entscheidungen zu treffen, die eigene Entwicklung zu planen, beruflich voranzukommen, privat in Balance zu sein, neue Horizonte zu entdecken, überraschende Lösungen zu entwickeln, an seinem Profil zu arbeiten, kurz: um sein Leben erfolgreich gestalten zu können.

Das klingt nach sehr viel. Wie ist das überhaupt zu erreichen?

Die Antwort ist recht einfach: Kompetenzen erwirbt jeder Mensch schon sein ganzes Leben lang. Lebenslanges Lernen ist Fakt. Es geschieht auch ungeplant, teils unbewusst und in allen Lebensbereichen. Die Ergebnisse des impliziten Lernens sind für einen selbst schwer zu erkennen und zu formulieren. Oft sind einem die eigenen Fähigkeiten verborgen oder schon zu selbstverständlich. Mit professioneller Begleitung, biographischer Reflexion und analytischem Blick auf die Lernerfahrungen und persönlichen Stärken lassen sich Kompetenzen abstrahieren, individuell formulieren und auf neue Anforderungen transferieren.

Das Rohmaterial für die eigenen Kompetenzen liegt in den individuellen Lernerfahrungen in allen Lebensbereichen. Durch systematische Rekonstruktion lässt sich diese Erfahrung als Handlungskompetenz bei der weiteren Gestaltung des eigenen Werdeganges einsetzen.

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hier eine ausführliche Erklärung zum Begriff Kompetenz:

http://wiki.bildungsserver.de/index.php/Kompetenz